Börsen-ABC

Hier wollen wir Ihnen neben unseren bereits vorhandenen Strategie bereich, wichtige Grundlagen rund um den Aktienhandel vorstellen, bitte haben Sie Verständnis dafür daß sich dieser Teil noch im Aufbau befindet!


A

Ad-hoc
Ad-hoc Meldungen sollen eine gleichmäßige und vor allem gleichzeitige Information aller Aktionäre einer Gesellschaft sicherstellen. Ereignet sich bei einem deutschen an einer deutschen Börse zum Handel zugelassenen Unternehmen etwas, das geeignet scheint, den Kurs der Aktie erheblich zu beeinflussen, so ist das Unternehmen verpflichtet, seine Aktionäre unverzüglich darüber aufzuklären. Meldungen, die häufig auf diese Art verbreitet werden, sind z.B. Umsatz- oder Gewinnwarnungen, Quartals- oder Jahreszahlen, Firmenübernahmen oder ein Wechsel in der Unternehmensleitung.

Advance-Decline
Die A/D-Linien, oder die A/D-Balken, eignen sich dazu, die Situation des Gesamtmarktes quantitativ zu erfassen und zu beurteilen. Der Advance-/Decline-Chart wird üblicherweise aus der Differenz der Anzahl gestiegener zu den gefallenen Aktien erstellt. Diese Charts geben keinerlei Auskunft über den Wert der Kursveränderung, sondern zeigen lediglich die Anzahl der gestiegenen, unveränderten und gefallenen Aktien in Prozent. Die A/D-Darstellung sollte hauptsächlich in Verbindung mit einem Aktienindex betrachtet werden, um eine Bestätigung zu bekommen, ob der Trend noch stimmt.

Analysten-Rating
Die Analysten der grossen Bankhäuser bewerten Aktien und sprechen daraufhin Empfehlungen für oder gegen einen Kauf aus. Diese Ratings können je nachdem von welchem Bankaus ausgesprochen, Einfluss auf den Kurs der Aktie haben. Übliche Ratings:
Strong Buy: unbedingt kaufen
Buy: Kaufempfehlung
Hold: Halten
Sell: Verkaufsempfehlung
Strong Sell: unbedingt verkaufen

B

Baisse
Sinken der Wertpapierkurse einzelner Marktbereiche oder des Gesamtmarktes über einen mittleren bis längeren Zeitraum. Statt panikartig in einer Baisse zu verkaufen, sollten Anleger überlegen, ob sich an den Gründen für die Kaufentscheidung etwas geändert hat. Stimmt die Idee noch, nutzen Profis fallende Kurse, um nachzukaufen, zu verbilligen. In der Regel machen viele Privatanleger den Fehler, gleich zu verkaufen, wenn die Aktien einmal an Kurswert verlieren. Im Gegenzug steigen sie unglücklicherweise oft erst wieder ein, wenn die Papiere fast schon wieder oben stehen.

bear, bearish, bear market
Die an der New Yorker und Londoner Börse übliche Bezeichnung für einen mit fallenden Kursen rechnenden, pessimistisch gestimmten Anleger. Der entsprechende Markt wird "bear market" genannt. Warum der Bär für fallende Kurse steht: Er schlägt mit seiner Pranke von oben nach unten. Gegenteil: bull, bullish

billigst
Ausdrücklicher Zusatz bei der (unlimitierten) Aufgabe einer Kauforder, wenn der Anleger bereit ist, jeden sich am Markt zum gegebenen Zeitpunkt herausbildenden ("günstigsten") Kurs zu akzeptieren, um auf jeden Fall zu einem Kaufabschluß zu kommen. An den deutschen Börsen gehen diese Aufträge den limitierten Aufträgen vor. Gefährlich kann eine solche Auftragsvergabe für den Börsianer bei sehr »engen« umsatzschwachen Werten sein, wenn gleichzeitig mehrere unlimitierte Kaufaufträge zusammenkommen und den Kurs in die Höhe ziehen, weil nur ein unzulängliches Angebot vorliegt. In diesem Fall ist es in Grenzfällen möglich, daß der sich ergebende Kursanstieg an einem Tag mehr als 10 oder gar 20% beträgt.

Blue Chip
Gebräuchliche Bezeichnung für umsatzstarke Aktien von substanzstarken großen, international bekannten und weltweit bedeutenden Unternehmen, deren Kursentwicklung gleichzeitig auch der Berechnung des Index zugrundegelegt wird. Blue Chips an der deutschen Börse sind etwa BASF, Siemens, Volkswagen und Allianz.

bull, bullish
Die an den Börsen übliche Bezeichnung für einen mit steigenden Kursen rechnenden, optimistisch gestimmten Anleger. Der entsprechende Markt wird "bull market" genannt. Sinnbild Bulle: Er stößt mit seinen Hörnern immer von unten nach oben. Gegenteil: bear, bearish

C

Chartanalyse
Untersuchung von Kurvenverläufen und Verlaufsformationen in der Regel unter Berücksichtigung der jeweils gegebenen Umsätze, jedoch ohne Beachtung fundamentaler Daten oder Entwicklungen zur Optimierung des eigenen Börsenerfolgs. Anhand von auszumachenden Trends (Primär-, Sekundär-,Tertiärtrend), angenommenen Widerstands- und Unterstützungszonen, Durchschnittslinien, typischen Kursformationen usw. versucht der Chartanalytiker den günstigsten Zeitpunkt zum Kauf oder Verkauf eines Wertpapiers o. ä. ausfindig zu machen. Zu den bekanntesten grafischen Formationen zählen Kopf-Schulter-Formationen, Dreiecke, Keile und Wimpel. Obwohl der Erfolg der Chartanalyse bislang weder eindeutig nachgewiesen noch bestritten werden konnte, sollte heute allein schon aufgrund der verbreiteten Anhängerschar eine Disposition an der Börse nie ohne jede Rücksicht auf die gegebene charttechnische Situation des Gesamtmarktes und des Einzelwerts vorgenommen werden.

Coppock-Indikator
Der Coppock-Indikator ist ein modifizierter, linear gewichteter gleitender Durchschnitt. Als Datenpunkte dienen die prozentualen Kursveränderungen des Wertes. Dabei wird eine Reihe von x-Tagesveränderungen herangezogen. Der neueste Wert wird am stärksten gewertet, der letzte Wert der x-Tageperiode am wenigsten. Die Summe der Produkte teilt man durch die Anzahl der Tage und erhält als Ergebnis den Coppock-Indikator. Da er als Trend-Folge-Indikator ausgelegt ist, kann man ihn analog den gleitenden Durchschnitten verändern. Der Coppock liefert ein Kaufsignal, wenn er nach einem längeren Rückgang nach oben dreht. Die Umkehr sollte unterhalb der Null-Linie stattfinden. Ein Verkaufssignal entsteht, wenn der Coppock nach einem längeren Aufstieg sich wieder nach unten dreht, wobei die Umkehr über der Null-Linie stattfinden muß. Auf Kaufsignale sollte man umgehend reagieren, während man sich im Falle eines Verkaufsignals durchaus noch etwas Zeit lassen kann.

E

Easdaq
European Association of Securities Dealers Automated Quotation. Name einer geplanten, europäischen Alternative zum amerikanischen Nasdaq Handelssystem.

EBIT
Aus dem Englischen übernommener Begriff. Earnings Before Interest and Taxes = Gewinn vor Zinsenaufwand und Steuern.

Eröffnungskurs
Der bei Beginn der Börse im variablen Handel festgestellte erste Kurs.

Emerging Markets
Bezeichnung für Aktienmärkte in Schwellenländern. Als Emerging Markets gelten insbesondere die Aktienmärkte in Lateinamerika, Südostasien und Osteuropa. Vielen dieser Märkte wird ein besonderes Wachstumspotential zugesprochen, da diese Regionen ein im Vergleich zu den großen Industrienationen deutlich stärkeres Wirtschaftswachstum aufweisen. Die Börsen der Emerging Markets sind vielfach bereits sehr gut entwickelt und weisen hohe Umsätze auf. Immer mehr Aktien von Unternehmen aus den Schwellenländern können mittlerweile auch spesengünstig in Deutschland erworben werden.

EUREX Abk. für European Exchange
Mit dem Zusammenschluss der Deutschen Terminbörse (DTB) und der Schweizer Terminbörse (SOFFEX) entstand Ende 1998 eine gemeinsame Handelsplattform für Optionen und Futures. Der Handel an der EUREX wird voll elektronisch abgewickelt.

G

Geldkurs
Der Preis bzw. Kurs, zu dem Käufer bereit sind, Wertpapier zu kaufen. Im Gegensatz hierzu ist der Briefkurs der Kurs, zu dem Verkäufer bereit sind, Wertpapiere zu verkaufen. Für die Begriffe Geldkurs und Briefkurs werden auch oft die englischen Begriffe "Bid" und "Ask" verwendet.

Gewinn je Aktie
Mit dem Gewinn je Aktie ist gemeint, wieviel von dem erwirtschafteten Jahresüberschuss bzw. Konzernüberschuss auf eine einzelne Aktie entfällt. Die Kennzahl wird errechnet, indem man den Konzernüberschuss durch die Aktienanzahl dividiert. Sie misst die Ertragskraft in Relation zur Aktienanzahl. Gerade bei der amerikanischen Berichterstattung wird dieser Kennzahl die größte Aufmerksamkeit geschenkt. Häufig werden Planziele für ein Quartal bzw. ein Geschäftsjahr an einem bestimmten Gewinn je Aktie festgemacht. Wird dieses Ziel dann erreicht, überschritten oder verfehlt, reagiert der Kurs mit entsprechend starken Schwankungen.

Gleitende Durchschnittsline / GDL
Trendindikator in der Chartanalyse, abgekürzt GDL. Die (geglättete) Kursverlaufslinie, die sich ergibt, wenn man die Kurse einer bestimmten Anzahl (200, 100, 38 usw.) zurückliegender Tage addiert und durch die Anzahl dieser Tage teilt. Je länger der Zeitraum, um so größer die Verzögerung, mit der diese Linie reagiert. Je weniger Tage eingesetzt werden, um so enger verläuft die GDL an den Kursen entlang. Die gleitende Durchschnittslinie bewegt sich also moderater als der tägliche Kursverlauf; sie hinkt quasi hinterher. Kursbewegungen werden auf diese Weise geglättet, und der Trend wird mit der GDL je nach Steigung oder Gefälle sichtbar.

H

Hausse
Nachhaltiger Anstieg der Wertpapierkurse einzelner Marktbereiche oder des Gesamtmarktes über einen mittleren bis längeren Zeitraum. Die Hausse ist von einer "freundlichen Kursentwicklung", die sich nur auf einen Teilmarkt bezieht oder nur von kurzer Dauer ist, nicht exakt abzugrenzen. Gegenteil: Baisse

I

Indikatoren
Kennzahlen, die einen Vergleich unterschiedlicher Werte ermöglichen sollen. In der Fundamentalanalyse von Wertpapieren z. B. das Kurs-/Gewinn-Verhältnis (KGV) bzw. Kurs/Ergebnis/Verhältnis (KEV, PER), das Kurs/Cashflow-Verhältnis (KCV), die Dividendenrendite usw.

Intra-Day-Handel
Der Versuch, die Tagesschwankungen der Kurse auszunutzen und Positionen an einem Tag zu kaufen und wieder zu verkaufen.

K

Kassakurs
Im Gegensatz zur fortlaufenden Notierung nur einmal während der Börsensitzung amtlich ermittelter Kurs. Bei Wertpapieren, die nicht zum variablen Handel zugelassen sind, erfolgt die Kursfeststellung nur einmal am Tag etwa zur Mitte der Börsensitzung. Auch bei variabel gehandelten Aktien wird ein Einheitskurs ermittelt. Der Einheits- oder Kassakurs ist für alle Börsenaufträge maßgebend, die eine bestimmte Stückzahl (in der Regel 100 Stück) nicht erreichen, die auf Kundenwunsch ausdrücklich zum Kassakurs abgerechnet werden sollen oder Wertpapiere betreffen, die gar nicht zum variablen Handel zugelassen sind.

KGV / Kurs-Gewinn-Verhältnis
Wichtige Kennzahl zur Beurteilung der Ertragskraft und -entwicklung eines Unternehmens im Vergleich zu einem oder mehreren anderen, auch Price-Earning-Ratio (PER) genannt. Es stellt das Verhältnis zwischen dem Gesamtgewinn, bezogen auf eine einzige Aktie, und dem Kurs dieser Aktie her. Beispiel: Der Kurswert einer Aktie liegt bei 200 Mark. Das Unternehmen erwirtschaftet zehn Mark Gewinn pro Aktie. 200 durch 10 macht 20 - also beträgt das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) 20. Je niedriger das KGV, um so besser. Die DAX-Werte haben derzeit ein KGV zwischen 15 und 20.

L

Limit
Feste Kursangabe in einem Börsenauftrag, bis zu deren Höhe ein Auftrag ausgeführt werden soll. Steigt der Kurs über oder sinkt er unter das Limit, so werden die limitierten Aufträge nicht ausgeführt.

Limit
Linienchart Beim Linienchart werden nur die Kassa- oder Schlußkurse eines Titels auf der Zeitachse des Charts fortlaufend eingetragen. Dadurch entsteht eine kontinuierliche Linie, die den Kursverlauf des Wertes wiedergibt. Nachteil ist jedoch, daß Tageskursschwankungen, die sich in den variablen Kursnotierungen niederschlagen, nicht berücksichtigt werden.

M

MDAX
Der Midcap-Index der Deutschen Börse. Er setzt sich aus 70 liquiden Aktienwerten der zweiten Reihe zusammen und besteht aus allen Werten, die im im DAX 100, aber nicht im DAX enthalten sind. Der Index wird analog zum DAX während der Börsenzeit minütlich als Performance- und auch als Kursindex berechnet. Die Zusammensetzung des Index wird zweimal jährlich durch den Vorstand der Deutsche Börse AG auf Empfehlung des Arbeitskreises Aktienindizes überprüft.